Civey-Studie zeigt: 80 Prozent ist heimische Nutztierhaltung auch künftig wichtig

Berlin, 06. Oktober 2026. Für die Deutschen bleibt die heimische Nutztierhaltung auch künftig wichtig, gleichzeitig stellen sie hohe Ansprüche an deren Haltung. 80 Prozent der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ist es wichtig, dass auch künftig Nutztiere zur Produktion von Lebensmitteln in Deutschland gehalten werden. Gleichzeitig geben 79 Prozent an, dass ihnen Tierwohl bei der Produktion tierischer Lebensmittel wichtig ist. Das zeigt eine repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag des Forum Moderne Landwirtschaft unter 2.500 Bundesbürgerinnen und Bundesbürgern. 

Zwischen dem Wunsch nach heimischer Tierhaltung und dem Vertrauen in die aktuellen Haltungsbedingungen zeigt sich allerdings eine deutliche Lücke. 43 Prozent haben großes oder eher großes Vertrauen darin, dass Nutztiere in Deutschland tiergerecht gehalten werden. Demgegenüber geben 52 Prozent an, wenig oder gar kein Vertrauen in eine tiergerechte Haltung zu haben. Gleichzeitig nehmen viele Menschen Fortschritte wahr: 58 Prozent sind der Ansicht, dass sich der Standard der Nutztierhaltung in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren verbessert hat. Lediglich 18 Prozent sehen eine Verschlechterung.  

„Die Ergebnisse zeigen einen klaren Auftrag: Heimische Nutztierhaltung hat für die große Mehrheit der Menschen weiterhin eine hohe Bedeutung und gleichzeitig erwarten sie hohe Standards beim Tierwohl. Dass eine Mehrheit Fortschritte wahrnimmt, das Vertrauen aber trotzdem begrenzt bleibt, zeigt, dass wir nicht nur weiter an der Tierhaltung arbeiten, sondern auch transparenter darüber sprechen müssen, was sich in den Ställen bereits verändert“, sagt Lea Fließ, Geschäftsführerin des Forum Moderne Landwirtschaft. 

Tierwohl ist wichtig, an der Ladentheke zählen auch Preis und Qualität 
Wie komplex die Erwartungen der Verbraucherinnen und Verbraucher sind, zeigt der Blick auf das Einkaufsverhalten. 73 Prozent ist es wichtig, dass tierische Lebensmittel aus deutscher Landwirtschaft stammen. Beim konkreten Einkauf spielen jedoch mehrere Faktoren eine Rolle. 48 Prozent nennen Geschmack und Qualität als besonders wichtig, 45 Prozent den Preis, 42 Prozent die regionale Herkunft und 41 Prozent Tierwohl beziehungsweise Haltungsform. Die Herkunft aus Deutschland nennen 27 Prozent, Bio-Qualität 24 Prozent. Mehrfachantworten waren möglich.  

Besonders ausgeprägt ist die Bedeutung des Preises bei den Jüngeren. Unter den 18- bis 29-Jährigen nennen 63 Prozent den Preis als eines der wichtigsten Kriterien. Gleichzeitig erreicht Geschmack und Qualität in dieser Altersgruppe ebenfalls 63 Prozent.  

„An der Ladentheke treffen Anspruch und Alltag unmittelbar aufeinander. Tierwohl, Herkunft, Qualität und Bezahlbarkeit müssen deshalb gemeinsam gedacht werden. Wer eine zukunftsfähige Tierhaltung will, muss Lösungen ermöglichen, die für Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso funktionieren wie für die landwirtschaftlichen Betriebe“, so Fließ. 

KI im Stall: Chancen werden gesehen, Skepsis bleibt 
Eine Rolle bei der Weiterentwicklung der Tierhaltung können digitale Technologien und Künstliche Intelligenz spielen. 40 Prozent der Befragten glauben, dass KI und Digitalisierung die Haltungsbedingungen von Nutztieren nachhaltig verbessern können. 34 Prozent glauben dies nicht. Rund ein Viertel ist unentschieden.  

Dabei zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen den Altersgruppen. Bei den 30- bis 39-Jährigen sehen 56 Prozent Verbesserungspotenzial durch KI und Digitalisierung, bei den 18- bis 29-Jährigen sind es 51 Prozent. Unter den 50- bis 64-Jährigen sind dagegen lediglich 31 Prozent überzeugt.  

Beim konkreten Nutzen digitaler Technologien steht die Tiergesundheit an erster Stelle: 42 Prozent sehen Potenzial darin, Krankheiten früher zu erkennen. 40 Prozent nennen die Vereinfachung von Arbeitsabläufen, 33 Prozent die Verbesserung der Haltungsbedingungen, 29 Prozent das Einsparen von Energie und Material und 13 Prozent die Reduzierung von Emissionen. Mehrfachantworten waren möglich.  

„KI kann den Menschen im Stall nicht ersetzen. Sie kann Landwirtinnen und Landwirte aber dabei unterstützen, Veränderungen früher zu erkennen und schneller zu reagieren. Gerade bei Tiergesundheit und Tierwohl liegt darin Potenzial. Entscheidend ist, dass Technologie dort eingesetzt wird, wo sie einen konkreten Mehrwert für Tier und Betrieb schafft“, sagt Fließ. 

Thementalk: Wie KI den Stall der Zukunft verändert 
Welche Möglichkeiten moderne Technologien bereits heute bieten und wo ihre Grenzen liegen, diskutierte das Forum Moderne Landwirtschaft am 24. September 2026 im digitalen Thementalk „Stall der Zukunft: Wie KI Tierwohl, Effizienz und Klimaschutz verbessert“. 

Mit Jasper Pritschau, Schweinehalter aus Mecklenburg-Vorpommern, Prof. Dr. med. vet. Lisa Bachmann, Professorin für Tiergesundheitsmanagement an der Hochschule Neubrandenburg, und Stefan Teepker, Landwirtschaftsmeister und Betriebsleiter der Teepker GbR aus dem Emsland, ging es unter anderem um die Frage, wie moderne Technologien dazu beitragen können, Tierwohl und Tiergesundheit zu verbessern und gleichzeitig Effizienz, Klimaschutz und die Wirtschaftlichkeit landwirtschaftlicher Betriebe mitzudenken. Moderiert wurde der Thementalk von Lea Fließ, Geschäftsführerin des Forum Moderne Landwirtschaft. 

Für Medienanfragen vermittelt das Forum Moderne Landwirtschaft gerne den Kontakt zu den Expertinnen und Experten aus dem Thementalk. 

Die gesamte Studie finden Sie auch hier: https://drive.google.com/file/d/1SMJw0lwMYS7cTMZAduwZ4VElFJ8qzG9N/view?usp=sharing 

 

Über die Umfrage 
Civey hat für das Forum Moderne Landwirtschaft vom 4. bis 7. September 2026 online 2.500 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ab 18 Jahren befragt. Die Ergebnisse sind aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen repräsentativ unter Berücksichtigung des statistischen Fehlers von 3,6 bis 3,8 Prozentpunkten beim jeweiligen Gesamtergebnis. 

 

Über das Forum Moderne Landwirtschaft 
Das Forum Moderne Landwirtschaft ist eine bundesweit aktive Kommunikationsplattform für den Dialog zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft. Es bringt Landwirtinnen und Landwirte, Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie gesellschaftliche Zielgruppen miteinander ins Gespräch. Ziel ist es, moderne Landwirtschaft verständlich, transparent und faktenbasiert zu vermitteln und ihre Leistungen sichtbar und erlebbar zu machen. 

 

Pressekontakt 
Beatrix Reißig
Pressesprecherin und Leitung Kommunikation
Forum Moderne Landwirtschaft e. V.
E-Mail: presse@moderne-landwirtschaft.de 

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